Mit MutterKatz auswärts essen. Auf den Restaurantpass natürlich.
Nach dem Bestellen stöbert sie noch ein wenig in der Karte herum um herauszufinden, ob ein weiterer Besuch in Frage käme, eventuell mit Erika oder sogar mit Erika und Traudel, warum nicht, das Kind hat ja ein großes Auto, da passen alle rein und es festigt ihren Status in der Herde, weil die alle kein Auto haben und sie diejenige mit dem netten Kind mit dem großen Auto ist.
Wir sitzen also in einem etwas gehobenen Hotelrestaurant in rustikal mit Pastelltönen und sie blättert, während ich freundlich dreinblickend meinen eigenen Gedanken nachhänge.
Plötzlich blättert sie ein wenig hektisch umher und legt dann die Speisekarte mit einem befriedigten „Aaaaah!“ auf den Tisch.
Ich wechsele meinen Blick von freundlich auf fragend.
„Hier auf der anderen Karte* steht 'Tafelspitz mit Meerrettichsauce an Preiselbeeren und Kartoffelklößen' und das kostet 6,80€ und hier auf der Tageskarte** steht 'Tafelspitz mit Meerrettichsauce an Preiselbeeren und Kartoffelklößen' und das kostet 9,70€!“ erklärt sie triumphierend. „Das ist genau das gleiche Gericht!“
„Lass mal sehen.“
Ich nehme die Karte, werfe einen Blick drauf.
„Das liegt daran, dass das eine eine*** Seniorenportion ist und das andere nicht. Die Seniorenportion ist vermutlich kleiner und deswegen günstiger.“
MutterKatz guckt wie ein kariertes Auto.
„Ach so.“
Sie nimmt die Karte und wirft einen leicht enttäuschten Blick hinein.
„Aber wer will denn auch schon Meerrettichsauce. Die mag doch keiner!“ lenke ich ab. Es funktioniert, MutterKatz schauft ungläubig und erklärt mir ausführlich, dass es sich hierbei schließlich um das frängische Hochzeitsessen handele und überhaupt und sowieso was Feines sei und Erika möge das auch und ...
Lächeln. Nicken. Liebevoll amüsiert sein. :-D
_ _ _ _ _
* von dieser Karte durfte man mit Restaurantpass nicht bestellen
** von dieser Karte durfte man mit Restaurantpass bestellen
*** ist das nicht eine wunderschöne Wortfolge? Ne?
Sonntag, 31. Mai 2015
Sonntag, 22. Februar 2015
Das Geheimnis des verschwundenen Katers
Ja.
Äh.
Je länger man nicht bloggt, desto schwerer ist es, da wieder reinzukommen. Das wird jetzt also erst mal etwas hakelig die nächste Zeit werden. Richtet euch darauf ein.
Fangen wir mir einem Klassiker an: der MutterKatz-Geschichte.
MutterKatz füttert meine Katzen, wenn ich unterwegs bin und ich fütterte ihre Katzen, wenn sie unterwegs war. Natürlich ist sie deutlich häufiger unterwegs als ich, weil sie ständig mit ihren ganzen Vereinen auf irgendwelche Städtereisen geht, aber wer führt darüber schon Buch.
(Ich.)
Dieses Wochenende fielen zwei Feiern auf ebendieses. Eine liebe Freundin feierte auf einem Ferienhof im Ostharz Geburtstag und ein lieber Onkel feierte in Löwenburg seinen 80. Geburtstag. Ich also Freitag früh Feierabend gemacht, durch den wilden Osten Richtung Ferienhof gedüst, einen tollen Tag mit wundertollen Menschen verbracht, Samstag nachmittag wieder zurückgedüst (und zwar über den Rennsteig; WTF, Navi?), Sonntag vormittag MutterKatz abgeholt, nach Löwenburg gedüst und mit der Familie gefeiert.
Aber darum geht es jetzt erst mal nur am Rande. Weil ich im Ostharz war, hat MutterKatz meine Katzen gefüttert. Normalerweise kriegt sie das ganz gut hin, auch wenn sie dazu neigt, durch Chaos, Pandämonium und Katzenürgs zu waten und nichts davon mitzubekommen. Freitag abend und Samstag früh lief soweit wohl auch alles gut, nur Samstag Abend konnte sie den Kater nicht finden.
Sie fing also an zu rufen und zu suchen. Brachte nichts, der Kater blieb verschwunden. Sie schrieb mir einen Zettel, legte den auf den Teppich im Flur und stellte ein Glas drauf. Nachdem die neue Katze, Mimi, diesen Teppich bei ihren Kavaliersstarts oft meterweit durch die Gegend pfeffert war ich froh, das Glas noch in intaktem Zustand vorzufinden.
Ich stelle also meinen Koffer hin, mache die Tür zu, lese den panischen Zettel.
„DER KATER IST WEG UND ICH HABE ÜBERALL GEGUCKT UND GERUFEN! RUF MICH SOFORT AN!!“
Ich gehe ins Wohnzimmer, ziehe die Box aus dem Regal, der Kater kommt durch das Loch in der Rückwand hinterm Schrank hervor, gurrt zur Begrüßung und geht dann erst mal den Napf leerfuttern.
Die meisten werden sich erinnern, den anderen werde ich es gerne in Kurzfassung erklären: im Wohnzimmer stehen die Schränke so, dass der Kater dahinter kommt, dann aber denkt, er käme da nicht mehr weg und somit sitzt er hinter dem Schrank fest.
Deswegen musste ich ein Zwischenregal immer komplett vorziehen, damit er wieder rauskam. Das fand ich auf Dauer doof und ließ dann den Mann einer Freundin ein Loch in die Rückwand des Regals sägen. So muss ich nur noch einen Karton, der davor steht, wegziehen und das Katertier kann ohne Aufwand befreit werden.
Nun muss noch hinzugefügt werden, dass diese „Kater hängt ständig hinter dem Schrank fest“-Geschichte eiiiiiiiiiiiiiiiigentlich permanent präsent ist, weil der Vollhonk das eben regelmäßig macht. Ich habe darüber erzählt und gejammert, als ich noch das Regal wegziehen musste, ich habe groß und ausführlich darüber gesprochen, als Marcel das Loch in die Rückwand des Regals gesägt hat, ich habe es MutterKatz mindestens einmal gezeigt und auch sonst immer mal wieder erzählt, dass der Katerhonk schon wieder dahinter saß und ich ihn schon wieder rauslassen musste und wie froh ich bin, dass Marcel das Loch in die Rückwand gesägt hat.
Der Umstand „Kater hinter Schrank“ ist also kein geheimes Geheimwissen für Katzland-Interne sondern eine meiner Lieblingsgeschichten und mittlerweile eigentlich auch schon Familiengesprächskulturerbe.
Nun hat MutterKatz aber auch, sagen wir mal, GANZ LEICHTE Probleme damit, irgendwem zuzuhören, doch selbst für sie ist es eine reife Leistung, alle bislangigen Schrankkater-Erzählungen nicht mitbekommen zu haben.
Wie dem auch sei, ich rief sie an.
*ringring*
„Hallo?“
„Hallo Möm.“
„HAST DU DEN KATER GEFUNDEN??“
„Ja, er war ...“
„GOTT SEI DANK! WO WAR DER DENN??“
„Hinterm Schrank.“
„Und ich habe gerufen und gerufen und er hat nicht ein Mal gemaunzt! Und ich dachte er sei hinter dem Arbeitszimmerschrank und kriegt keine Luft mehr!“
„... wieso keine Luft mehr?“
„Ja, ich weiß auch nicht! Das habe ich eben gedacht!“
„Mama, der war wie immer hinter dem Wohnzimmerschrank.“
„ABER WARUM MACHT ER DAS DENN NUR??“
„Keine Ahnung. Da musst Du ihn fragen.“
„Er soll das einfach lassen!“
„... ich sag's ihm.“
„Das konnte jetzt ja auch keiner ahnen!“
„Mama, ich erzählte mindestens einmal die Woche, dass er wieder dahintersaß und ich ihn durch das Loch, das Marcel gebohrt hat, wieder rauslasse.“
„Aber so richtig gezeigt hast Du es mir noch nicht.“
„Doch.“
„Nein!“
„Doch.“
„Nein! Und außerdem soll er da nicht mehr hinter!“
„Ich sag's ihm.“
„So aufgeregt war ich! SO AUFGEREGT! Ich muss das gleich Erika erzählen!“
„Das tut ...“
*klick*
Ich habe dann auch mal aufgelegt und bin mir ziemlich sicher, dass MutterKatz die Geschichte erst mal in ganz Katzfurt weitererzählen musste.
Wenigstens hat sie dieses Mal nicht einen meiner Nachbarn (weil man in solchen Situationen einen Mann braucht! Männer sind in allem kompetenter, auch im Gucken und Katerfinden!) rausgeklingelt und in meine Wohnung geschleift, damit die den Kater suchen. Immerhin. Man soll ja immer das Positive sehen.
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Dienstag, 28. Februar 2012
„Der kennt sich aus“
Steigen wir doch mit der beliebtesten Kategorie wieder ein: MutterKatz und wie sie die Welt sieht.
Zu ihrer neuesten Schote muss ich etwas ausholen. MutterKatz selbst hat drei Katzen; eine davon ist Ömchen, die erste Katze überhaupt von Katzland. Sie kam vor 20 Jahren zu uns und nachdem sie damals schon erwachsen war, ist sie nun, hm, man könnte sagen, gehörig alt. Die Augen wollen nicht mehr so, sie schläft viel und das Hinken* hat sich deutlich verstärkt.
_ _ _ _ _
* Ömchen kommt aus dem Tierheim. Schon dort hinkte sie und eine spätere Röntgenaufnahme zeigte, dass sie wohl einmal von einem Auto angefahren wurde. Dabei erlitt sie einen Hüftbruch, der unbehandelt blieb und schief zusammenwuchs.
_ _ _ _ _
Seit einiger Zeit kommt auch Inkontinenz hinzu, allerdings eine so kontrollierte (nur an einer anderen, leicht zugänglichen Stelle, dem Badvorleger) dass ich sofort den Verdacht hatte, dass es ihr zeitweise einfach nicht möglich ist, in die Katzenklos zu klettern, die beide einen relativ hohen Rand haben. Nachdem sie ansonsten aber eine saubere Katze ist, suchte sie sich eben eine Alternative.
Ich riet MutterKatz demnach, doch mal eine flache Schale aufzustellen, in die Ömchen auch an schlechten Tagen reinklettern könne.
MutterKatz war nicht überzeugt. Immerhin sah sie Ömchen hin und wieder dann doch in die normalen Kistchen klettern. In der ihr typischen Art schlussfolgerte sie daraus messerscharf, dass es für Ömchen dann grundsätzlich kein Problem wäre, die Kistchen zu benutzen, zu keiner Zeit. Mein Argument, dass Ömchen ja auch mal schlechte Tage haben könnte und man ja auch nicht sehen könnte, unter welchen Mühen/Schmerzen sie in die normalen Kistchen klettere, verhallte im Leeren.
Vernünftigen Argumenten war MutterKatz also nicht zugänglich. Ich schwenkte um auf Plan B und nörgelte wochenlang, bis MutterKatz genervt ein flaches Kistchen aufstellte.
Einen Tag lang.
Am Abend wurde es mit der Aussage „Das funktioniert ja nicht.“ wieder weggeräumt und Ömchen ging weiterhin ihre Notdurft auf dem Badvorleger verrichten, worüber MutterKatz ausdauernd und mit großem Elan zu jammern pflegte.
Wochen und Monate gingen ins Land. Ein Routinecheck für Ömchen stand an und weil MutterKatz sowohl in Körper als auch Geist schwerhörig ist, begleitete ich sie zum Tierarzt. Dort jammerte sie sofort wieder über Ömchens Unsauberkeit.
MutterKatz: „... macht da immer hin! Das ist die Senilität, hat Frau Schnubidowski aus dem Supermarkt gesagt.“
Dr. Tierarzt: „Das kann sein.“
FrauKatz: „Ist aber eine sehr selektive Unsauberkeit. Sie hat sich in meinen Augen eine Alternative zu den Katzenkistchen gesucht, wenn sie mal nicht reinklettern kann oder will, sie ist ja nun nicht mehr sonderlich beweglich.“
Dr. Tierarzt: „Oh, das kann auch gut sein.“
FrauKatz: „Ich habe meiner Mutter schon vorgeschlagen, doch mal ein ganz flaches Kistchen aufzustellen. Da käme Ömchen dann auch an schlechten Tagen gut rein.“
Dr. Tierarzt: „Das ist eine sehr gute Idee.“
FrauKatz: „Sie müsste es nur länger als einen Tag stehenlassen. Immerhin ist Ömchen vermutlich mittlerweile fast blind und muss erst einmal merken, dass da jetzt ein flaches Kistchen steht.“
Dr. Tierarzt: „Auf jeden Fall.“
Die Untersuchungen gehen weiter, werden abgeschlossen. Wir zahlen und gehen zum Auto, ein mißstimmig vor sich hinbrummelndes Ömchen im Transportkorb.
FrauKatz: „Stellst Du jetzt ein flaches Kistchen hin?“
MutterKatz: „Natürlich, Dr. Tierarzt hat ja gesagt, ich solle.“
FrauKatz: „Aber auch länger stehen lassen, gell? Nicht gleich wieder weg.“
MutterKatz: „Neinnein. Was soll ich denn da nehmen?“
FrauKatz: „Das ist egal, hauptsache es ist flach. Pflanzunterschalen, Schuhabtropfschalen, im Baumarkt wird es schon etwas passendes geben.“
MutterKatz: „Aha, hmhm.“
Es wurde dann ein etwas tieferes Backblech für Blechkuchen. MutterKatz stellte es auf und, o Wunder, nach ein paar Tagen wurde es auch regelmäßig benutzt. Wer hätte es gedacht.
Doch die Geschichte ist noch nicht zu Ende, nein nein.
Nach ein paar Wochen telefonierten MutterKatz und ich. Dabei kam ein üddeliges Problemchen zur Sprache, das ich hin und wieder mit dem Flüff habe.
FrauKatz: „Das ist halt so ein bisschen unschön, da wäre ich froh, wenn sie das lassen würde.“
MutterKatz: „Frag doch mal den Dr. Tierarzt, der kennt sich aus.“
FrauKatz: „Hm, ich glaube nicht, dass er da was machen kann.“
MutterKatz: „Doch, bestimmt. Der hatte ja auch die Idee, dass ich das flache Backblech aufstelle und das funktioniert ja ganz wunderbar.“
FrauKatz: „...!“
MutterKatz: „Hallo??“
FrauKatz, japsend: „DerhattejaauchdieIdeemitdemflachenKistchenunddasfunktioniertjawunderbar???“
MutterKatz, irritiert: „Ja, Ömchen geht da ganz zuverlässig drauf, das klappt hervorragend.“
FrauKatz: „Das war aber nicht die Idee von Dr. Tierarzt!“
MutterKatz: „Was redest Du denn, natürlich war es das.“
FrauKatz: „Das war meine Idee! Ich habe über ein Jahr auf Dich eingeredet, dass Du das machst, Du hast Dich aber ständig geweigert! Ich habe sie dann Dr. Tierarzt erzählt, als wir da waren, und der meinte dann auch, dass das eine gute Idee sei!“
MutterKatz: „Ach, hm, naja.“
FrauKatz: „Ich glaub's ja nicht!“
MutterKatz: „Jaja, dann war es Deine Idee. [Im Tonfall „Ich glaube es zwar nicht, aber ich habe auch keine Lust auf weitere Diskussionen.“] Dr. Tierarzt meinte ja, ich solle das machen.“
FrauKatz: „Ja. Richtig. Und es funktioniert.“
MutterKatz, strahlend: „Ja, es funktioniert hervorragend. Dr. Tierarzt kennt sich eben aus.“
FrauKatz: „Hnngh!“
Demnächst werde ich eine Kleinanzeige aufgeben.
Suche Mann mit Doktortitel. Grund für selbigen egal. Muss überzeugend von Zetteln ablesen und meine Mutter davon überzeugen können, Etwas Sinnvolles™ zu tun. Auf mich hört sie ja grundsätzlich nicht.
Bin mal gespannt, ob sich jemand meldet.
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Bäpper
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Freitag, 29. Juli 2011
„Ruf trotzdem an!“
FrauKatz wird umziehen. Im September. Und weil FrauKatz nett ist, hilft sie ihrem alten Vermieter bei der Suche nach einem Nachmieter.
MutterKatz arbeitet bei einer Wohnungsbaugesellschaft. Da bewerben sich einige Leute um eine Wohnung und MutterKatz meinte, man könne die Anträge ja mal kopieren und die Bewerber anrufen, ob sie nicht eine viel schönere Wohnung möchten. Nämlich meine alte.
Heute kam sie mit zwei Kopien vorbei.
MutterKatz: „Die kannste mal anrufen.“
FrauKatz: *anguck* „Vielen Dank, sehr nett von Dir. ...oh, der hier passt leider nicht. Wie schade.“
MutterKatz: „Warum? Kannst doch mal anrufen.“
FrauKatz: „Weil der als maximale Warmmiete 5.555,- € angegeben hat. Soviel ist hier schon die Kaltmiete.“
MutterKatz: „Kannst doch trotzdem mal anrufen.“
FrauKatz: „Außerdem hat er als gewünschten Stadtteil nur die angegeben, die hier gar nicht in der Nähe liegen.“
MutterKatz: „Ruf trotzdem mal an!“
FrauKatz: „Er kanns nicht bezahlen, er will nicht in die Gegend hier und ich soll trotzdem mal anrufen?“
MutterKatz: „Ja, ruf einfach mal an.“
FrauKatz: „Nein.“
MutterKatz: „Was? Warum? Du kannst doch trotzdem mal anrufen.“
FrauKatz: „Ich nehme die Angaben, die er gemacht hat, ernst. Schon weil es mich selbst bei der Wohnungssuche unheimlich genervt hat, wenn Leute „einfach mal anriefen“ und mir Wohnungen aufdrücken wollten, die völlig an meinen auf dem Antrag angegebenen Wünschen vorbeigingen.“
MutterKatz: *bockig-beleidigt* „Bitte, mach doch, was Du willst. Können wir es gleich zerreißen!“ *rufpt rupf*
FrauKatz: *seufz*
MutterKatz [im tränenerstickten Leiden-Christi-Tonfall]: „Ich gehe dann jetzt.“
FrauKatz: „Ja. Danke für die Kopien.“
MutterKatz: *dramatischer Abgang voller Herzeleid*
Seufz. Gut, nächstes Mal dann wieder der übliche Ablauf: lächeln, nicken, bei Nachfrage schwindeln. Es geht ja scheinbar nicht anders.
es maunzte: FrauKatz 8 Gastmaunzer
Samstag, 25. Juni 2011
Neues von Frau Schleichert
Frau Schleichert wurde im letzten Posting ja schon in den Pantheon der KatzGestalten eingeführt. Sie ist eine Nachbarin von MutterKatz, wohnt im zehnten Stock und wenn MutterKatz in fremden Landen lustwandelt, füttert sie die Ommakatze (Ömchen) noch zusätzlich vormittags und nachmittags. Hinzugefügt sei noch, dass sie dies nun nicht aus reinster Herzensgüte tut sondern dafür bezahlt wird.
Früher hat sie die Katzen sogar allein gefüttert, aber nachdem Ömchen das letzte Mal danach völlig ausgehungert und dehydriert beim TA an den Tropf musste, findet MutterKatz es irgendwie besser, wenn ich zumindest morgens und abends die Grundversorgung ihrer Kleinen übernehme.
Nachdem Frau Schleichert Witwe ist und aufgrund von RückenBeineAchherrje nicht übermäßig aktiv, sitzt sie den ganzen Tag oben im zehnten Stock und beobachtet die marodierenden Jugendbanden, die mit ihren Kreditkarten in böser Absicht um das Haus schleichen. Sind gerade zufällig keine Jugendbanden vorhanden, beobachtet sie auch mal die normalen Leute bei ihren täglichen Verrichtungen oder sieht fern, wo ihr gesagt wird, dass ja marodierende Jugendbanden mit Kreditkarten auf der Suche nach einer Einbruchsmöglichkeit grundsätzlich um jedes vorhandene Haus der Bundesrepublik streifen.
Wir sind hier in Katzfurt. Katzfurt! Hier kann MutterKatz ihr Auto noch unabgeschlossen stehen lassen und es passiert nichts. Was sie auch tut. Denn Autos knackt man offensichtlich nicht mit Kreditkarten, die sind sicher. Auch wenn sie offen sind.
Aufgrund dieser leichten Paranoia von Frau Schleichert schließe ich seit einigen Urlauben halt immer die Wohnungstür ab. Ömchen zuliebe, denn sie braucht eben ihre zusätzlichen Rationen.
Die Zettel mit Anweisungen nehme ich normalerweise auch recht gelassen hin. Sie scheinen zwar davon auszugehen, dass ich eine 5-jährige bin, und zwar keine normale, sondern eine ausgesprochen blöde, aber meine Güte. Soll sie doch schreiben, ich möge doch die Balkontür schließen, es seien Regenfälle angesagt. Oder dass ich doch um Himmels Willen abschließen solle (falls ich es einmal zufällig vergesse). Oder dass Ömchen im Bad vor dem Katzenklo ihre Böllerchen hinterlassen hat (danke, hätte ich bestimmt beim Katzenkistchensäubern nicht gesehen).
Wenn sie gerne Zettel schreibt, so soll sie dies tun.
Aber über den letzten Zettel habe ich mich doch etwas geärgert. Schrieb sie doch, ich solle die Spüle gefälligst nach jedem Gebrauch trockenreiben*.
Erstens hat das mit der Versorgung der Katzen rein gar nichts zu tun. Zweitens plansche ich nicht wie eine Wilde herum, da bleiben höchstens mal ein paar nasse Tropfenpfützchen unten in der Spüle zurück.
Drittens beugt sie sich mit solchen Anweisungen weit über die Reling ihres Zuständigkeitsbereiches, wenn sie mir erzählen will, wie ich gewisse Dinge in der Wohnung meiner Mutter handhaben solle.
Selbst aber kippt sie die Balkontür, weil am Nachmittag ein paar bööööse Tropfen Regen niedergingen. Wenn da eine der Katzen versucht hätte rauszuspringen und eingeklemmt worden wäre, ich mag gar nicht daran denken.
Dass sie die Fenster nicht kippen soll, weiß sie, ebenfalls um die Einklemmgefahr. Vermutlich sind Balkontüren jedoch etwas völlig Anderes als Fenster; erstere kann man ruhig kippen.
Aber Hauptsache, die Spüle ist trockengerieben!
Manche Prioritätenordnungen kann ich echt nicht nachvollziehen.
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* Als ich MutterKatz davon berichtete, rief sie spontan „Die spinnt doch!“ aus. Wäre es auch MutterKatzens Wunsch gewesen, dass ich die Spüle trockenwienere, so hätte ich dem auch entsprochen. Aber ich kenne MutterKatz ja nun doch schon ein Leben lang und wusste, dass ihr das ziemlich egal ist.
es maunzte: FrauKatz 3 Gastmaunzer
Bäpper
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Mittwoch, 22. Juni 2011
Logik nach MutterKatz
MutterKatz lustwandelt momentan durch Italien, ich füttere derweil ihre Katzen und merke erneut, wie unkompliziert meine Pummelpelzchen eigentlich sind. Futter in die Näpfe, hingestellt, Synchronschmatzen in Stereo, fertig.
Aufgrund meiner Berufstätigkeit (die MutterKatz auch nach Jahren immer noch völlig unvorbereitet trifft, beispielsweise wenn sie mich für etwas verplant hat und ich sage „Da kann ich nicht, da muss ich arbeiten.“ – „Ach jaaaa, stimmt ja!“) kann ich nur morgens und abends füttern. Die Ommakatze erfordert aber mindestens noch eine Vormittags- und eine Nachmittagsfütterung, also kommt zu diesem Zwecke die verwitwete Pensionistin Frau Schleichert aus dem zehnten Stock jeden Tag einmal am Vormittag und einmal am Nachmittag herunter und füttert die Ommakatze.
Man muss dazu erläuternd sagen, dass MutterKatz in einem Hochhaus wohnt (das dachten sich die meisten bei der Erwähnung eines zehnten Stockes bestimmt schon) und ich seit meiner Kindheit die eigentliche Wohnungstür nicht noch extra abschließe sondern nur zuziehe.
Nun wurde ich beim letzten Mal MutterKatzKatzenfüttern extra von Frau Schleichert angerufen und mit zitternder Stimme gebeten, doch die Wohnungstür auch abzuschließen. Denn es strichen ja immer ständig Jugendbanden um die Häuser, die Wohnungstüren mit ihren Kreditkarten knacken würden, jawohl, und sie hätte das auch schon ganz genau gesehen, aus dem zehnten Stock, und das würde ja im Fernsehen auch immer gesagt!
So schloss ich denn, in Gottes Namen (nein, ernsthaft, meistens murmele ich ein wenig augenrollend „Mein Gott!“ vor mich hin, wenn ich abschließe) von nun an die Wohnungstür ab.
Als ich MutterKatz diesbezüglich befragte, die selbige Wohnungstür auch bislang immer nur zugezogen hatte, meinte sie mit einem Hauch Drama in der Stimme, dass ich ruhig abschließen solle, denn immerhin wäre hier ja auch schon mal eingebrochen worden!
FrauKatz: „Wann denn?“
MutterKatz: „Vor 10 Jahren!“
FrauKatz: „Wohnte ich da noch daheim?“
MutterKatz: „Natürlich!“
FrauKatz: „Also vor mindestens 15 Jahren. Und, bei wem wurde eingebrochen?“
MutterKatz: „In ein Kellerabteil!“
FrauKatz: „Also nicht in eine Wohnung?“
MutterKatz: „Nein, ein Kellerabteil. Weil das Fenster offen war.“
FrauKatz: „Oh, aha. Wurde etwas gestohlen?“
MutterKatz: „Das nicht, aber alles war durcheinander!!“
FrauKatz: „Ja, das ist natürlich schlimm.“
MutterKatz: „Eben! Deswegen schließ lieber ab, nicht dass die mit den Kreditkarten kommen! Frau Schleichert hat das im Fernsehen gesehen!“
FrauKatz: „Ja, das erwähnte sie.“
So schließe ich seither immer brav ab, um den marodierenden Jugendbanden mit ihren Kreditkarten keine Möglichkeit zum Einbruch zu bieten. Denn, wie MutterKatz sagte, man müsse als Frau schließlich vorsichtig sein, gerade als alleinstehende Frau, es seien ja schlimme Zeiten, die würden auch immer schlimmer, und die Jugend von heute, nein, man müsse wirklich, wirklich aufpassen.
Andererseits hat sie aber überhaupt keine Probleme damit, nackten* Männern, die in verwirrtem Geisteszustand um halb fünf Uhr morgens bei ihr klingeln, die Tür zu öffnen. Das macht sie.
Ich glaube, das muss ich nicht verstehen.
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* nackt bis auf die Badehose**, die er trug.
** die vermutlich eine normale Männerunterhose war, aber da für MutterKatz außerhalb von weißem Schießer-Feinripp mit Eingriff keine Männerunterhosen existieren, identifizierte sie die Unter- als Badehose.
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Bäpper
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Samstag, 15. Januar 2011
Ich hatte einen Traum
In der Nacht von gestern auf heute habe ich ziemlich bunt geträumt. Wahrscheinlich war mein Unterbewußtsein so erleichtert, dass Wochenende ist, dass es gleich mal so richtig auf den Putz gehauen hat.
Ich träumte von Forumstreffen, bei denen sich die Teilnehmer trotz Hochwasser nicht von einer Radtour abhalten ließen (angeführt von Sir und Kari übrigens), während ich mit einer ehemaligen Nachbarin unbedingt Waffeln backen sollte und mich später dann mit Shieldmaiden und Ranwen in einer Diskussion über den Kohlensäuregehalt von Mineralwasser wiederfand.
Soweit also erst mal alles ganz normal.
Aber es gab einen Traumteil, der war geradezu tiefsinnig in seiner Aussage darüber, wie die Struktur meiner kleinen Welt sich so darstellt. Es ging natürlich um MutterKatz.
Wir standen in dem Restaurant der ersten Folge der neuen Staffel von „Rach, der Restauranttester“, das aus irgendwelchen Gründen nun MutterKatz gehörte. Die Wand war, wie das echte Original(sic), zur Hälfte Steinmauer und zur Hälfte Putz und der Putzteil sollte gestrichen werden. Grau. Soweit alles aus der Folge bekannt und korrekt.
Nun hatte MutterKatz aber in einer Kirche ein schönes Grau gesehen und wollte genau das haben. Damit sie auch genau das bekam, ließ sie Papst Benedict kommen und ein paar Eimer mitbringen, und während er fröhlich danach, wenn er schon mal da war, in den vorderden Bereichen des Restaurants ein bisschen Weihwasser verteilte und diverse Möbelstücke segnete, wandte ich mich schreckensstarr am MutterKatz: „Mutter! Wie konntest Du nur!“
Und MutterKatz sagt, leicht empört: „Wieso, fragen kann man ja mal. Fragen kostet nix!“
Gleich danach bin ich aufgewacht, weil der schwarze Riesenmonsterwuschelhund von gegenüber herumgejault hat. Ich muss ihm bei Gelegenheit ein bisschen was Leckeres vorbeibringen und mich bedanken. Wer weiß, wie das sonst noch weitergegangen wäre.
es maunzte: FrauKatz 5 Gastmaunzer
Bäpper
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Samstag, 9. Oktober 2010
Das Flüff, der tegut und mein Desktop
Der Kurs in Frankfurt neigt sich seinem Ende zu und ich sehe es mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zum Einen macht es Spaß, die Wohnung, in der ich bleiben darf, ist toll, der Dozent ist toll, ich mag die morgendlichen und abendlichen Gänge den Main entlang, ich mag es, täglich Nilgänse und Enten zu treffen, ja, das ist alles sehr schön und dürfte so weitergehen.
Zum Anderen aber vermisse ich meine kleinen Pummelpopos sehr (auch wenn Herr Pummelwurst momentan eher ein Pupspopo ist. So merke ich immer, wenn MutterKatz ihnen anderes Futter gegeben hat) und trotz allen Spaßes ist der Kurs doch sehr anstrengend.
Dem Flüff geht es mittlerweile wieder sehr gut. Die Fäden habe ich mit Unterstützung von MutterKatz selbst gezogen und das Flüff hat sich danach offensichtlich darauf konzentriert, die Haare auf der kahlen Stelle wieder wachsen zu lassen; man sieht jedenfalls kaum noch was, die kleine Wonnemaus ist wieder rundum fluffigflauschig.
Puuuuuuh! *sehrsehrerleichtert*
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Nun zu meinem tegut. Samstag und ein Stückchen Sonntag bin ich immer daheim, also geht es Samstag einkaufen. Letztes Wochenende habe ich mir eine Packung Küchentücher gekauft, alldieweil meine daheim sich dem Ende zuneigten.
Ja, manchmal kann ich die rasende Aufregung, die mein Leben bietet, auch kaum aushalten. :-p
Weil aber zu mir immer noch mein Hirn gehört, ließ ich die Packung Küchentücher nach dem Bezahlen an der Kasse stehen. Gemerkt habe ich das tatsächlich auch erst am Sonntag („... hatte ich nicht auch noch Küchentücher ...?“), da fuhr ich aber schon nach Frankfurt und überhaupt war alles zu spät. Pfht. Na gut. Was man nicht im Kopf hat, muss man in der Geldbörse haben.
Als ich heute einkaufte packte ich mir erneut die Kitkins ein, plauschte an der Kasse ein bisschen mit der Kassiererin und erzählte eben auch das Mißgeschick mit den Küchentüchern letztes Wochenende. Einfach so, eine „wenn man seine Gedanken nicht beisammen hat“-Geschichte. Denn ich hatte weder den Bon von letzter Woche dabei und selbst wenn könnte doch niemand nachvollziehen, ob ich die Küchentücher jetzt vergessen hatte oder nicht. Da könnte ich ja das Blaue vom Himmel herunterfabulieren, ne? Neenee.
Guckt mich die Kassiererin an, fragt „Was, sie haben die letztes Wochenende gekauft und hier vergessen?“ und als ich das bejahe schnappt sie sich die Packung und storniert sie. :-o
„So, dann müssen sie nicht doppelt bezahlen, das wäre doch ärgerlich.“
:-O
Ich protestiere noch verblüfft, dass sie das doch nicht machen brauche, und überhaupt, und ogottogott und danke und wow und aber das wäre doch nicht nötig ...!
Ehrlich, da war ich baff. Gut, bestimmt hat auch mit reingespielt, dass sie mich schon seit mindestens 5 Jahren so vom Sehen/Einkaufen dort kennt und einfach nicht davon ausgeht, dass ich für zweieurodreißich jetzt anfangen würde, G'schichtli zu erzählen. Besonders nicht, wenn ich parallel eine Herbaria-Gewürzdose für sechsachzich im Einkaufskorb habe, bei der sich das Schwindeln viel eher lohnen würde.
Ich war jedenfalls verblüfft und erfreut und fühlte mich als geschätzter und vertrauenswürdiger Kunde, komme zur Bäckerei-Ecke, plausche auch dort noch kurz mit der Chefin – und bekomme ein Stück Kuchen geschenkt. Weil, sie haben davon ohnehin recht viel und einfach mal zum Probieren.
:-O
Das muss am guten Wetter liegen, dass alle Menschen heute so lieb und freigiebig sind. :-D
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Zuguterletzt eine klitzekleine MutterKatz-Anekdote, denn was wäre ein Blogeintrag ohne sie? :-D
Ich spiele gerne mal Computerspiele, das ist bekannt. Ich habe nicht sooo viele und aufgrund meiner zahlreichen anderen Hobbys und Freizeitbeschäftigungen komme ich immer nur so streckenweise dazu, aber es macht mir Spaß.
Momentan ist mein Lieblingsspiel „The Witcher“ und dementsprechend sehen auch meine Desktops daheim und auf Arbeit aus. Welche ich in der Agentur habe (zwei Monitore, zwei Hintergrundbilder! YEAH!) weiß ich jetzt nicht auswendig, hier daheim ist es jenes:
Es geschah, dass mich MutterKatz eines frühen, eines sehr frühen Samstag Morgens aus dem Bett holte, weil ich ihr irgendwas googeln sollte. Sie benutzte zwar nicht das Wort „googeln“ sondern „guck doch mal in Deinem Computer nach diesundjenem“, aber ich weiß ja, was sie meint.
Normalerweise ist mein Desktop entweder gut befenstert oder mein Monitor ausgeschaltet, wenn MutterKatz da ist. In diesem Fall aber musste ich die blaue Elise erst hochfahren und so kam MutterKatz in den Genuß des frontalen und ungestörten Anblicks meines Desktopbildes.
Was ich immer noch sehr nett finde, vielenDankauch. Pfht.
MutterKatz sprang aus dem Stand drei Meter zurück und rief „IIIIIHHHHHH! Was ist denn das????“
FrauKatz: „Das ist aus einem Spiel.“
MutterKatz warf mir einen skeptischen Blick zu und ich wette, seitdem ist „Meine Tochter spielt Killerspiele, was soll ich nur tun“ ihr absolutes Lieblingsthema im Freundes- und Bekanntenkreis.
Ich glaube, ich suche mir jetzt ein harmloses und nettes Desktopbild. Shaun das Schaf oder sowas. Als Konstrastprogramm und zur Beruhigung. Ich will ja nicht behaupten, dass das plötzliche Verschwinden meiner Küchenmesser MutterKatz anzulasten ist, aber die zeitliche Koinzidenz ist schon ein wenig ...
es maunzte: FrauKatz 3 Gastmaunzer
Bäpper
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La Familia,
Pers'nal
Dienstag, 3. August 2010
Empathie, Komma, fehlende
Ich habe eine Verspannung am Rücken. Sie ist so fies, dass mir bei einer falschen Bewegung vor Schmerz die Luft wegbleibt.
MutterKatz ruft an.
MutterKatz: „Hat Tante Lieschen angerufen?“
FrauKatz: „Nein, warum?“
MutterKatz: „Weil ich doch nicht da war heute. Ich war doch mit dem Frauenbund beim Kerzenbekleben im Kloster Kluckloch.“
FrauKatz: „Aha. Nein, hat nicht angerufen.“
[Hier mache ich eine falsche Bewegung und schreie vor Schmerzen auf. MutterKatz wartet höflich, bis ich fertig bin damit.]
MutterKatz: „Ja, das wollte ich nur wissen. Sonst ist ja nix, ne?“
FrauKatz: „Neinnein.“
MutterKatz: „Schönen Abend noch.“
FrauKatz: „Bestimmt.“
*klick*
*klick*
Ich glaube, ich habe irgendwo noch voll-die-Dröhnung-Schmerztabletten. Ich gehe die jetzt mal suchen. *autschautsch*
es maunzte: FrauKatz 3 Gastmaunzer
Bäpper
La Familia,
Menschheitsdämmerung
Montag, 24. Mai 2010
Der Chaos-Schmetterling
Es gibt diese, seit Jeff Goldblum allseits bekannte, Theorie, dass der Flügelschlag eines Schmetterlings auf der anderen Seite des Erdenballs einen Tornado auslösen kann. Sprich, kleine Ursachen können oft große Nachwirkungen haben.
Wie die Backaktionen im Lesemiez-Belletristik-Blog.
MutterKatz fand ja schon die Wisentkekse ganz lecker, vollends hingerissen haben sie dann aber die Schoko- und Zimtdinger.
So kam es zu folgendem Gespräch:
MutterKatz: „Die Kekse sind ja vielleicht lecker!“
FrauKatz: „Freut mich.“ :-D
MutterKatz: „Nee, also sowas von lecker!“
FrauKatz: „Danke.“
MutterKatz: „Du backst gerne, gell?“
FrauKatz: „Och, joh, doch. Macht Spaß.“
MutterKatz: „Deine Kekse sind viel besser als die, die ich mir immer kaufe.“
FrauKatz: „Na, das hoffe ich doch.“
MutterKatz: „Würdest Du mir immer mal Kekse backen? Ich habe ja immer ganz gerne Kekse im Haus, ne, in meiner alten Blechkeksdose, und Deine Kekse sind viel leckerer als die gekauften.“
FrauKatz: „Uhm, ja, klar, können wir machen.“
MutterKatz: „Ich zahle Dir auch die Zutaten.“
FrauKatz:
Nun muss man wissen, dass dieser letzte Satz quasi das größte Kompliment ist, das aus MutterKatz' Mund kommen kann. Sie weiß, dass ich zu qualitativ hochwertigen Zutaten neige und trotzdem schmecken ihr meine Kekse so gut, dass sie bereit ist, das in Kauf zu nehmen, um mehr davon zu bekommen.
Ich bin ein klein wenig gerührt. *snüff*
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Sonntag, 11. April 2010
MutterKatz – Deutsch | Deutsch – MutterKatz
Heute war Sonntag und somit traditionell der Tag, an dem ich mit MutterKatz essen gehe. Auf den Restaurantblock. Da gibt es nämlich zwei Hauptgerichte zum Preis von einem. Das erfreut das Herz von MutterKatz und deswegen gehen wir essen.
Mit ihren Freunden/Bekannten grast MutterKatz die Restaurants ab, die in Katzfurt oder unmittelbarer Umgebung liegen; bei unseren sonntäglichen Ausflügen hingegen weiß sie, dass ich fahre, und so werden bevorzugt Restaurants in GanzWeitWeg™ ausgewählt.
Zum Glück habe ich mein hochgeschätztes Navigationsgerät, das mich zuverlässig auch zum seltsamsten Eckkneipchen am Pöppes der Welt (nicht weit von Katzfurt entfernt) führt. Meistens brauche ich es auch nur für den Hinweg, Heim finde ich dann schon wieder alleine.
MutterKatz betrachtet das Navi seit jeher mit einer ehrfürchtig-skeptischen Faszination.
Heute fuhren wir in eine etwa 20km entfernte Ortschaft, die sogar noch kleiner als Katzfurt ist. Dort aßen wir Ente süß-sauer, dann fuhren wir wieder zurück.
Wir durchfuhren just die letzte Ortschaft vor Katzfurt, als MutterKatz folgenden Satz formulierte:
„Du hast die Tante ja gar nicht angemacht.“
Ich:
Es dauerte in der Tat fast eine Minute bis ich begriff, was MutterKatz damit sagen wollte:
„Oh, Du hast das Navigationsgerät für den Rückweg ja gar nicht eingeschaltet.“
Das Navi hat, wie fast alle seiner Art, eine weibliche Stimme >> Tante.
Bislang hatte es ja noch keinen Namen, aber ich glaube, dem wurde heute abgeholfen. Von nun an heißt es „Die Tante“. Wenn's ihm nicht passt, soll es sich bei MutterKatz beschweren.
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Mittwoch, 31. März 2010
Ach, Marginalien!
MutterKatz fährt ein Auto mit Automatikgetriebe. Gangschaltung ist ihr zu kompliziert. Damit hat sie zwar damals gelernt, kann das mittlerweile aber nicht mehr und wäre mit dem Schalten der Gänge während des Fahrvorganges wohl auch eindeutig überfordert. (Böse FrauKatz -Zungen behaupten auch hin und wieder, dass sie mit dem Fahrvorgang allgemein schon recht überfordert sei, aber diese fiese Nachrede, die natürlich keinerlei objektive Grundlage hat, wollen wir hier nicht weiter ausbreiten.)
Nun muss man wissen, dass Autos mit Automatikgetriebe, wenn man nicht in den Leerlauf schaltet (und warum schalten, wenn man ein Automatikgetriebe hat, ne? Deswegen hat man es doch! Damit man nicht schalten muss!), immer ein bisschen Standgas haben. Sie rollen also los, wenn man nicht ordentlich mit dem Fuß auf der Bremse steht.
Neulich holte mich MutterKatz von der Arbeit ab.
Telefon: *düdeldidüdelduh*
Ich: „Werbeagentur Chef & Cheffe, FrauKatz, guten Tag.“
MutterKatz, anklagend: „Es regnet!“
Ich: „Äh. Ja?“
MutterKatz: „Bist Du gelaufen?“
Ich: „Ich laufe doch immer zur Arbeit.“
MutterKatz: „Aber es regnet!“
Ich: „Heute Morgen noch nicht.“
MutterKatz: „Aber jetzt!“
Ich: „Ja. Nu.“
MutterKatz: „Dann musst Du ja im Regen laufen.“
Ich: „Och, ich habe meine Jacke, eine Kapuze und notfalls noch den Regenschirm. Das geht schon, richtig kalt ist es ja nicht.“
MutterKatz: „Aber es regnet!“
Ich: „Ja.“
MutterKatz: „Du erkältest Dich doch!“
Ich: „Nein.“
MutterKatz: „Ich hole Dich ab.“
Ich: „Musst Du nicht.“
MutterKatz: „Wann machst Du Schluss?“
Ich: „Ich kann auch laufen.“
MutterKatz: „17 Uhr also?“
Ich: *seufz&schmunzel* „Ja, okay.“
MutterKatz holt mich also ab. Vor den Toren von KatzLand angekommen steige ich aus, schließe die Beifahrertür und öffne die Tür zum Rücksitz, um meine Tasche und da auch schon mal gleich den Schlüssel rauszuholen.
„Ach, übrigens, was ich Dir noch sagen wollte ...“ beginne ich, und MutterKatz Aufmerksamkeit wendet sich – partiell – mir zu. Leider bedeutet das, dass diese Aufmerksamkeit nun der Bremse fehlt, die, wie wir wissen, betätigt werden sollte, wenn man ein Automatikauto fährt.
Das Auto fängt an zu rollen und ich kann meinen linken Fuß grade noch so unter dem Hinterreifen wegziehen, ein bisschen eingeklemmt war er schon. Aber nicht, dass ihr jetzt denkt, MutterKatz würde irgendwas merken. Nee, die rollt noch fröhlich zwei Meter weiter und stoppt erst, als ich laut (ihre Hörgeräte hatte sie natürlich nicht drin) und auch ein bisschen empört „MUTTER! Du bist mir grade fast über den Fuß gefahren!“ rief.
MutterKatz stellt ihren Fuß wieder auf die Bremse, das Auto stoppt.
MutterKatz, wegwerfend: „Jaja. Und was wolltest Du mir jetzt sagen?“
Ich: *seufz*
Ja, so ist das. Entweder ich erkälte mich bitterlich durch den Regen oder ich werde von MutterKatz über den Haufen gefahren. Ich führe schon ein abenteuerliches Leben, fürwahr.
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Mittwoch, 3. Februar 2010
Wahlen
Demnächst wird der neue Oberbürgermeister von Katzfurt gewählt. MutterKatz hat sich in FrauKatz' frühen Kindesjahren zwar von VaterKatz scheiden lassen, seine politische Ausrichtung aber behalten. Von daher wählte sie die jetzige Oberbürgermeisterin und folgt nun auch deren Empfehlung ihres Nachfolgers.
Dinge, die MutterKatz dabei beeindrucken:
- Frau Oberbürgermeisterin läuft mit Herrn Vielleichtbaldoberbürgermeister von Haustür zu Haustür und stellt ihn vor.
- Frau Oberbürgermeisterin war desderwegen bei MutterKatz in der Wohnung! Jawohl! Die Oberbürgermeisterin! In der Wohnung! Von MutterKatz!
- Herr Vielleichtbaldoberbürgermeister hat vier Kinder.
- Schon alleine deswegen müsse man ihn wählen.
Ja, vier Kinder zu haben, das ist für einen Mann schon eine beeindruckende Leistung. Gut, theoretisch könnte das ein Mann innerhalb einer Stunde hinbekommen. Wenn er auf einer einzige Frau besteht, die nicht zu Mehrlingsgeburten neigt, könnte es sogar vier, fünf Jahre dauern.
„Der hat vier Kinder gezeugt, den wähle ich!“
Nu. Realistisch betrachtet, so in Hinsicht auf die Dinge, die Politiker sonst so tun ... ist das gar nicht mal so ein abwegiges Argument.
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Donnerstag, 21. Januar 2010
Last-Minute-Syndrom
Meine Familie ist, das kann ich nicht bestreiten (erst recht nicht nach diesem Blog), teilweise etwas skurril.
Hin und wieder befremdlich, manchmal komisch, oft genug kurios, teilweise etwas seltsam, durchaus mal absonderlich, gar bizarr, ganz sicher recht verschroben und so im Großen und Ganzen dabei aber liebenswert.
Ihr wisst ja, wovon ich spreche.
Nun gibt es in meiner Familie aber eine Angewohnheit, von der ich mich selbst nicht völlig freisprechen kann, die mich nervt. Ich nenne dieses Phänomen das „Last-Minute-Syndrom“. Dieses teilt sich grob in zwei Symptome. Schuldig im Sinne der Anklage bin ich beim ersten: alles wird auf die letzte Sekunde erledigt. Manchmal gelingt es mir zwar, entspannte Rechtzeitigkeit zu erreichen, aber meistens ist es eine Punktlandung: was um 15:00 Uhr fertig sein soll, ist um 14:59 Uhr vollendet.
Das zweite Symptom ist es, das mich wirklich nervt und das ich bei mir und für mich wirklich zu vermeiden versuche: Wann immer für bestimmte Aktionen eine Person benötigt wird oder benachrichtigt werden muss, wird das dieser Person grundsätzlich ebenfalls erst in letzter Sekunde mitgeteilt – und wie selbstverständlich davon ausgegangen, dass diese Person dann die eigenen Pläne sofort verwirft sowie Himmel und Hölle in Bewegung setzt, damit das alles auch wie von Familie™ geplant klappt.
Ich kann. Das. Nicht. Ausstehen!
Gestern Abend wieder so einen Fall gehabt. Anruf. Ich könne doch sicher morgen (also heute) freinehmen und bei der Sortierung von Tante Gundulas Kronkorkensammlung helfen, nichtwahr? Nichtwahr? NICHTWAHR?
Im Moment kann ich bei uns auf der Arbeit vor lauter Hektik kaum aus den Augen gucken, ich kann also nicht freinehmen. Aber, huuuuuh! Wenn ich das so sagen würde, ich wäre das undankbare Kind, das bestimmt könnte, wenn es nur wollte, aber es will ja nicht, und überhaupt, und die Geschichte würde mir noch Jahre später immer wieder unter die Nase gerieben werden.
Also unterdrücke ich ein genervtes Seufzen und verkünde, dass ich morgen früh in der Agentur anrufen und nachfragen müsse, ich könne solchen Spontanurlaub nicht ohne Chefbefragung nehmen.
Das war ein Ast in den Speichen der Selbstverständlichkeit des Zur-Verfügung-Stehens, wurde aber akzeptiert. Ärzte und Chefs sind strahlende Lichtgestalten und stehen in ihrer Bedeutung grade mal unter Gott, und selbst das nicht immer!
Ich rief Cheffe an. Cheffe war nicht amüsiert und ich hielt auch nicht mit meiner Haltung zu der Angelegenheit hinter dem Berg. So sprach Cheffe ein Machtwort: nein, geht nicht, schon mal gar nicht so kurzfristig, ich bin momentan unverzichtbar und möge meinen Pöppes heute bitte zur Arbeit bewegen.
Man konnte am Telefon hören, dass er dabei grinste.
Das wurde so weitergemeldet – und akzeptiert. Auch wenn es inhaltlich genau das war, was ich gesagt hätte. Aber Cheffe ist erstens ein MANN (ganz wichtig) und hat den Überblick, und wenn er sagt, es geht nicht, dann geht es nicht, und zweitens ist er Cheffe und hat deswegen schon mal immer recht.
So muss ich heute nicht Tante Gundulas Kronkorken polieren und bin trotzdem ein liebes Kind, weil, wenn der Cheffe sagt, es geht nicht, dann muss das Kind gehorchen, das ist nun mal so!
Nicht, dass sie aus dieser Erfahrung lernen würden. Neenee. Da mache ich mir gar keine Illusionen. Das nächste Mal werden sie auch wieder so kurzfristig auf der Matte stehen.
Aber wenigstens heute bin ich dem mir drohenden Schicksal entronnen! YAY!
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Montag, 18. Januar 2010
Schuh-Überfall
Es klingelt. Dreimal. Das ist das geheime Zeichen zwischen MutterKatz und mir, dass sie vor der Tür steht.
MK: „Hier.“ *überreicht mir eine Tüte mit Winterstiefeln*
FK: „Hä?“
MK: „Beim Schuh-Schubert hatten sie Ausverkauf. Größe 42!“ *stolz*
FK: „Äh.“
MK: „Zieh mal an.“
FK: „Okay.“ *anzieh* „Passt.“
MK: „Gefallen sie Dir?“
FK: „Erstaunlicherweise ja.“
MK: „Dann kaufe ich sie Dir.“
FK: „Oh, danke. Besser als Brot.“
MK: „Du brauchst doch warme Schuhe oben auf dem kalten Dachboden.“
FK: „Das stimmt.“
MK: „Na dann. Tschüss.“
FK: „Danke, Mom. Tschüss.“
*türklapp*
Mein Geisteszustand ist grade eine Mischung aus ,
und „Was haben sie MutterKatz eigentlich in letzter Zeit so ins Wasser gemischt?“.
es maunzte: FrauKatz 3 Gastmaunzer
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Samstag, 16. Januar 2010
Telefonisches
Grade kam MutterKatz zur Tür hinein, in der Hand ein altes Telefonverzeichnis. Das, liebe Jugend, ist so ein Büchlein, in das man vor der technischen Revolution die Telefonnummern von Freunden, Bekannten und anderen Menschen geschrieben hat. Mit per Hand.
MK: „Das ist mein altes Telefonverzeichnis.“
FK: „Ah?“
MK: „Ich habe die ganzen Nummern doch jetzt in ein neues geschrieben.“
FK: „Ah.“
MK: „Dann kann ich das hier bei Dir lassen.“
FK: „Hä?“
MK: „Ja, weil bei Dir kostet das Telefonieren doch nichts.“
FK: „... und?“
MK: „So kann ich von Dir aus telefonieren, auch mit Leuten, deren Nummern ich nicht im Kopf habe.“
FK: „Was?“
MK: „Ja, weil, bei Dir kostet das Telefonieren doch nichts.“
FK: „Du willst Dein Telefonverzeichnis bei mir deponieren, damit Du in Ruhe bei mir mit allerlei Leuten umsonst telefonieren kannst?“
MK: „Ja.“
FK: „Die Idee ... gefällt mir nicht unbedingt.“
MK: „Aber bei Dir kostet es doch nichts!“
FK: „Du telefonierst doch ohnehin so gerne. Stell doch Dein Telefon um auf Flatrate.“
MK: „Das ist mir zu teuer!“
FK: „Achso.“
MK: *hält mir auffordernd das Telefonverzeichnis hin*
FK: „Ich weiß nicht ...“
MK: *weinerlich* „Ich tue so viel für Dich!“
FK: „Jaja.“
MK: „Erst letzte Woche das Brot ...“
FK: *seufzt*
MK: „Und das wäre doch soooooo selten. Ganz selten.“
FK: „Urch. Meinetwegen.“
MK: *strahlt*
FK: „Gib her das Ding.“
MK: „Hier. Brauchst Du Brot?“
FK: „Nein, grade welches besorgt.“
MK: „Na dann. Tschüss.“
FK: „Tschüss.“
MK: „Du könntest mal wieder aufräumen.“
FK: „Jaja.“
*türklapp*
... ich glaube, ich richte heute nachmittag gleich mal meine Provider-E-Mail wieder ein. Da kommt die Telefonrechnung drauf. Mit Einzelverbindungsnachweis, soweit ich mich erinnere.
es maunzte: FrauKatz 6 Gastmaunzer
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Dienstag, 12. Januar 2010
Brot-Nachtrag
Nach elaborierter Forschungsarbeit meinerseits konnte ich die Ereignisse, die zum gestrigen Brotereignis führten, nun lückenlos rekonstruieren.
MutterKatz fährt nach Niederkatzingen, einem Stadtteil von Katzfurt, um vom besten Tierarzt der Welt das spezielle Blasenfutter für ihre Katzen zu holen. Irgendwo auf dem Weg trifft sie Hälga, ihre beste Freundin, und sie beschließen, in dem kleinen Café der Bäckerei Herzberger (im tegut ist das, jawoll) einen netten Kaffee zu trinken.
Nun verbindet MutterKatz das Angenehme gerne mit dem Nützlichen und wenn sie schon mal da ist, dann kann sie ja auch gleich ein Brot fürs Kind mitnehmen.
Normalerweise ist es nun so, dass MutterKatz, hum, hom, wie soll ich es sagen, sehr ich-bezogen ist. Sie bringt mir beispielsweise immer noch gerne mal Fleischsalat vorbei, weil sie den so gerne mag. Ich mochte ihn noch nie. Ich glaube, ich habe schon bei meiner Geburt „Uäääääh! Kein Fleischsalat! Uäääääh!“ gebrüllt, was die Hebammen und den diensthabenden Arzt nicht schlecht verwirrt haben dürfte, aber ich schweife schon wieder ab.
Jedenfalls kann man fast schon grundsätzlich davon ausgehen, dass Besorgungen, die MutterKatz im Auftrag erledigt, irgendwie in die Hose gehen. Sie kann sich halt einfach nicht vorstellen, dass andere Leute andere Ansichten haben könnten und das, was ihr völlig logisch und richtig erscheint, für andere hanebüchener Blödfug ist. Und umgekehrt. Das ist nun mal so und irgendwie ist das ja auch ganz charmant.
Ich denke, deswegen war ich von dem Anruf auch so gerührt. MutterKatz hat nicht nur an mich gedacht und wollte mir eine Freude machen, nein, sie hat sich auch daran erinnert, dass ich nicht jedes Brot essen darf UND um zu vermeiden, dass sie mit dem falschen Zeug ankommt, hat sie nachgefragt. Bei derjenigen, die sich dann doch wohl nun damit auskennen sollte.
Hach.
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Montag, 11. Januar 2010
„Hallo, ich bin die Verena ...“
Zuvor sei gesagt, dass ich nicht jedes Brot essen darf und Brotsorten, die ich essen darf, recht rar gesäht sind. Einige Bäckereien behaupten sogar, sowas wie ich wolle, das gäbe es doch gar nicht. Pfht. Wohl.
Aber nun. Das als notwendige Information vorneweg.
Ich sitze grade auf der Arbeit und pfriemele Veranstaltungen eines Kunden dahin, wo sie hingehören, da klingelt das Telefon. Direktdurchwahl, ist also jemand Wichtigeres; Der Pöbel landet immer erst im Vorzimmer. *nägelpolier*
FrauKatz: „Werbeagentur Chef & Cheffe, Sie sprechen mit FrauKatz.“
Anruferin: „Ja, hallo, ich bin die Verena. Ihre Mutter ist grade bei uns und weiß nicht, welches Brot Sie immer bei der Bäckerei Herzberger nehmen.“
FrauKatz: „Äh. Äh. Reines Roggensauerteig mit Dinkelflocken drauf.“
Verena: „Ach, ja, dann weiß ich schon.“
FrauKatz: „Sehr schön. Gruß an meine Mutter bitte.“
Verena: „Richte ich aus. Schönen Tag noch.“
FrauKatz: „Ja, ebenso.“
Verena: *aufleg*
FrauKatz: *aufleg*
... ich habe mit keinem Wort erwähnt, dass ich Brot bräuchte. Brot kam in MutterKatz' und meinen Gesprächen seit mindestens drei Wochen nicht mehr vor. Das alles kam aus heiterem Himmel.
Ich wollte mir heute allerdings in der Tat ein neues Brot besorgen. Hach. Wie das alles wieder passt. Und manchmal ist MutterKatz ja auch nichts anderes als einfach entzückend, das muss man schon mal so sagen.
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Freitag, 8. Januar 2010
Das nächste Mal lieber wieder selbst, ne?
Telefonate zwischen MutterKatz(MK) und mir, FrauKatz(FK). Gestern.
Telefonat Morgen:
FK: „... und dann sind auch noch die Batterien meiner Küchenwaage leer, ganz plötzlich. So ein Mist, und das sind natürlich keine normalen Batterien sondern so runde, plattgeklopfte Dinger. Und heute habe ich natürlich keine Zeit welche zu suchen, weil ich mit R. ins I. gehe! Doof ist das!“
MK: „Ich kann Dir die Batterien doch besorgen.“
FK: „Ähhhh. Äh. Nee, lass mal, das mache ich lieber selbst.“ *haaresträub*
MK: „Warum denn? Kann ich doch machen.“
FK: „Äh ... äh.“
MK: „Mache ich doch gerne.“ (Der erste leidende Unterton schleicht sich in MutterKatz' Stimme)
FK: „Ja, danke, aber das musst Du doch nicht. Wirklich, ich kann, ich meine ...“
MK: „Also hole ich sie. Wie sehen die denn aus? Steht da was drauf?“
FK: *kapitulierend* „Na gut. Weißt Du, am besten wird es sein, wenn ich Dir eine der Batterien mitgebe. In einem Umschlag. Und auf den Umschlag alles draufschreibe. Das ... minimiert die Fehleranfälligkeit der Aktion.“
MK: „Prima, ich komme dann gleich vorbei und hole den Umschlag ab.“
FK: „Alles klar.“
Telefonat Nachmittag:
MK: „Also, die Batterien sind ja teuer!“
FK: „Ja?“
MK: „JA! Sechs Euro! Die spinnen doch!“
FK: „Uh, ja, das ist nicht grade preiswert.“
MK: „Dafür bekommt man doch schon zwei neue Küchenwaagen!“
FK: „Hmmm. Kommt auf die Waage an.“
MK: „Das sind 12 Mack!!“
FK: „... und ein Viertelflorin. Ja.“
MK: „Ich habe auch nur eine genommen! Weil die so teuer sind! 6 Euro! Die spinnen doch!“
FK: „... äh. Ich brauche aber mindestens zwei.“
MK: „Aber die sind doch so teuer!“
FK: „Ja, und Du kannst das auch gerne mit der Waage ausdiskutieren, aber bis dahin brauche ich zwei von den Batterien. Deswegen habe ich auch groß auf den Umschlag '2 oder 4 Stück' geschrieben, ne?“
MK: „Aber die sind doch so teuer!“
FK: „Ja. Trotzdem.“
MK: „Hmpf. Na gut, dann gehe ich da heute Abend auf dem Weg zum Auspuffschonerhäkeln mit Gerlinde und Hedwig nochmal vorbei und hole noch eine.“
FK: „Danke. Das ist lieb.“
MK: „SECHS EURO!“
FK: „Ja. Arschoffen.“
MK: „Ge-nau!“
*klick*
Ich schätze mal, heute so im Laufe des Tages schmeißt sie mir die Dinger in den Briefkas... nein, legt sie sie mir in die Wohnung und überprüft dann gleich mal die Füllhöhe meines gelben Sackes.
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Donnerstag, 31. Dezember 2009
MutterKatz-Logik zu Silvester
MutterKatz weiß, wie die Welt funktioniert.
Einerseits:
Wenn ich tagsüber bei -15°C, warm eingepackt ca. 30 Minuten draußen bin, vielleicht um den Block laufe, sowas halt, ist das gut für den Kreislauf und die Abwehrkräfte und unbedingt empfehlenswert und warum nehme ich eigentlich nicht zusätzlich Zink, weil, Frau Schlunzke, die nebenan beim Bäcker putzt, hat damit mit ihrer Tochter so gute Erfahrungen ...
Andererseits:
Wenn ich nachts bei +5°C warm eingepackt ca. 10 Minuten draußen bin ist das eine gradezu fahrlässige Gefährdung meiner Gesundheit und wird mich unter Garantie wieder drei Wochen aufs Krankenbett zwingen! Jawoll! Denn Bakterien und Viren sind nachts besonders aktiv, das weiß man ja, und man kann ihnen auch nicht so gut ausweichen, wenn man sie nicht sieht, ne?
Meinerseits:
Ich werde trotzdem heute Nacht bis zur nächsten Straßenecke gehen, denn bei mir auf dem Balkon höre ich die Kirchenglocken nicht, wenn die Nachbarn rumböllern. Und ohne Kirchenglocken zur Mitternachtsstunde kommt mir das neue Jahr nicht in die Tüte!
Euch allen einen guten Rutsch, wir lesen uns im nächsten Jahr.
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Bäpper
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Muß ... Menschheit ... vernichten,
Pers'nal
