Sonntag, 16. September 2007

Die Schdad där Lihbä!

'sch wäre dann mal wieder zurück. Nicht, daß es groß aufgefallen wäre, daß ich weg war, nä?

Ich weilte in Frankreich, direkt in der Stadt der Liebe: Paris. Direkt in Paris waren wir genau genommen zwar nur einen Tag lang und den Rest verbrachten wir in der großen amerikanischen Zweigstelle im Marne-la-Vallee, aber mei.

Ich lernte viele interessante Dinge. Was „moisissure“ heißt beispielsweise. Daß ein hektisch-panisch hervorgestoßenes „Je suis allergique à moisissure!“ mit unterstützendem Wedeln der Riesentüte mit Medikamenten unter Umständen bewirkt, daß man ein deutlich besseres Zimmer bekommt. Ohne Moisissure à la douche. Wir Deutschen sind ja bekanntlich überpingelig.

Vor allem aber traf mich verblüfft die Erkenntnis, daß etwas, mit dem man mich jahrelang in der Schule folterte, auf lange Sicht nun doch im Wahren Leben®© hilfreich sein kann. Hätte sein können vielmehr. Französisch nämlich.
Leider waren meine Französischkenntnisse nach jahrelanger Vernachlässigung nur noch marginal und geisterhaft vorhanden, was mich die ganzen fünf Tage maßlos ärgerte; erinnerte ich mich doch noch gut an meine beiden vorherigen Abstecher kurz nach dem Abi ins Froschland, als ich mich konversativ noch recht flüssig mit den Eingeborenen austauschen konnte.

Merde!

Ich nahm mir also schon am Flughafen vor, diesen Mißstand abzuschaffen und möglichst viel Französisch zu sprechen. Bewaffnet mit Sprachführer und Wörterbuch nähere ich mich den Franzosen, nur um immer wieder die gleiche frustrierende Erfahrung zu machen:

Ich sage etwas auf Französisch.
Der Franzose rattert mit der Schnelligkeit eines Schnellfeuergewehrs etwas auf Französisch zurück.
Ich mache ein extrem blödes Gesicht, inklusive offenstehendem Mund, und versuche im Geiste, das eben Gesagte erst mal zu sortieren.
Der Franzose guckt mich an, seufzt innerlich und schaltet *klick* auf englisch um.


Aber ich gebe nicht auf und foltere sich windende Franzosen auch weiterhin mit meinem gestammelten Blödsinn. Nach den fünf Tagen habe ich den Eindruck, daß es sich mittlerweile zumindest um teilweise verständlichen, gestammelten Blödsinn handelt. Zumindest bekomme ich meine Crêpes nur mit Zucker, genau so, wie ich sie wollte.

Hurra! Ein kleiner Schritt in der Völkerverständigung, ein großer Schritt für die Katzheit.

Jedenfalls habe ich mir schon so einen Vokabeltrainerkarteikasten mit Lehrbuch und CD besorgt. Da werde ich mich abends immer mal hinsetzen und meine Kenntnisse auffrischen. Vielleicht werde ich auch mal die Volkshochschule beehren und ein kleines Kürslein absolvieren. Oder ich besuche ganz oft meine Tante, die ist ja eine waschechte Französin. Wozu hat man schließlich Familie? ;o)

Dann werde ich wieder nach Frankreich reisen und dann wird mir auch wieder jeder sagen, wie gut ich doch Französisch spräche. Und nicht nur die Franzosen, die Angst davor haben, daß ich sie mit meinen gesammelten Drogen ins Jenseits prügle.

Kommentare:

Dimturien hat gesagt…

Mir isses aufgefallen, dass du wech warst! *heftignick* Aber schön, dass du anscheinend Spaß hattest. Und du weißt ja - wir wollen Berichte! Und Fotos! Und so!

Äh ja.

Und das mit dem Sprechen kommt mir bekannt vor. Naja, fast. Bei mir war es so, dass ich dachte, ich würde kein Wort Englisch rausbringen, als wir in Coventry waren. Aber schon nach ein paar Stunden kam's ganz flüssig (wir wollen das mal nicht aus dem Zusammenhang reißen, ne? *hust*). Ich wurde sogar von einer Londonerin gefragt, wo ich denn her komme, mein Englisch wär so perfekt. Sie war leicht surprised als die Antwort Dschöörrmännie war. :ugly:

(Wenigstens wurde mir nicht vorgeworfen, ich hätte einen Texanischen Akzent...)

Gamina hat gesagt…

Mir ist es auch aufgefallen! *heftignick*

Und mir kommt das mit dem Sprechen aus seeeehr bekannt vor. Das erste Mal, als ich mit einem Franzosen sprach, hatte ich die Befürchtung er würde früher oder später ohnmächtig reden, weil er Sätze ohne Punkt und Komma bildete und so schnell redete, dass überhaupt keine Möglichkeit bestand auch nur flüchtig nach Luft zu schnappen.

Ich glaube, ich habe ihn ähnlich angestarrt wie Du, aber er war dann so freundlich und hat für mich einen Gang zurück geschaltet und mir noch einmal alles langsam und weit verständlicher berichtet.


Aber wie kann man nur so schnell reden? Kann doch nicht gesund sein? :uhoh: