Mittwoch, 27. Januar 2010

*RUMMS*

Ich habe eine neue Nachbarin. Genauer gesagt wohnt sie unter mir. Zuerst sah es ja nicht so aus, als wollte sie in absehbarer Zeit einziehen. Immer mal, so alle zwei, drei, fünf Wochen war sie kurz hier und dann war sie wieder für längere Zeit verschwunden. Jung isse, so in den frühen Zwanzigern würde ich mal schätzen.

Nun hat sie es doch geschafft, vollständig einzuziehen.

Ich nenne sie „Knallfrosch“.

Jedes Mal, wenn sie ihre Wohnung verlässt, wackeln bei mir die Möbel. Offensichtlich ist sie mit dem Konzept, eine Wohnungstür sozialverträglich zu schließen, nicht vertraut.

Ich weiß ja, in diesem Alter ist es eine Tatsache, dass einem die Welt gehört. Trotzdem geht es mir langsam auf den Keks.

Den Katzen auch.

[...]

DA! DA! GRADE WIEDER! SOEBEN! IN DIESER SEKUNDE!

Meine Güte. Wenn Elvis jedes Mal, wenn er Gebäude verlässt, so mit den Türen knallen würde, die ganzen Klatschzeitschriften hätten keinerlei Schwierigkeiten, ihn endlich aufzuspüren.

Tsk!

Kommentare:

Zikädsche hat gesagt…

Sie wird doch nicht alle zehn Minuten rausgehen? :kopfkratz:

Als Unter-einer-vierköpfigen-Familie-Wohnerin lass dir gesagt sein: Man gewöhnt sich an alles. Es kann nur eventuell viele Jahre dauern. :ja:

Bianca hat gesagt…

Ich glaube, ich habe gerade ein Deja-vu...

Speziell wenn die Kinder von ihrem Mann da sind, ist es besonders nett weil besonders häufig (ich wußte gar nicht, daß die Wohnung da unten so viele Türen hat...).

Sollte Deine aber noch einen vielgenutzten Wäschetrockner mit Ablüftrohr haben, der so gut riecht, wird es ganz sicher gespenstisch ;-)

Ssakura hat gesagt…

Ich frage mich gerade ob wir die gleichen Nachbarn haben. Also jetzt nicht wegen dem Türenknallen, aber meine beiden Nachbarn, links und rechts verschwinden auch immer mal wieder. Die links, sind im Juni eingezogen, also sie tun zumindest so, aber eigentlich sind sie immer noch damit beschäftigt. Die verschwinden auch immer mal wieder für Wochen.
Vom russischen Wanderzirkus rechts, mit eingebundener Waschmaschinenschieberei möchte ich jetzt garnicht sprechen. Ich glaube die haben in den ersten zwei Jahren nach dem "Einzug" insgesamt vier Wochen in der Wohnung gelebt. Nicht am Stück natürlich. *g* Vielleicht pendeln die ja zwischen Katzstadt und Kirschblütenhausen?

Sakura hat gesagt…

Boah, früh am morgen und ich kann noch nicht mal meinen Namen richtig schreiben. Hng.

dimturien hat gesagt…

Da gibt's nur eins: Runter gehen, höflich bitten, sie möge doch etwas Rücksicht nehmen, da die Wände so hellhörig sind und so.

Spätestens bei "hellhörige Wände" wird sie sich wohl komplett umgewöhnen - schließlich muss man für einen evtl. Männerbesuch dann ja vorbereitet sein um nicht... Äh... Ja. Du verstehst. *smirk*

A. Nym hat gesagt…

"eine Wohnungstür sozialverträglich zu schließen"
Wenn man eine Wohnungstür wie ich hat, ist das allerdings ein Problem, hinter dem jedoch keine bösen Absichten stecken.
Denn: meine Türe schließt nicht, wenn ich sie normal zumache, auch nicht, wenn ich sie dann leicht anstupse und auch nicht, wenn ich sie enschieden anschubse. Das Schloß schnappt einfach nicht, und beim entschiedenen Anschubsen kann man die Tür zwar nicht mehr ohne Schlüssel aufmachen, aber sie ist auch noch nicht ganz eingerastet. Erst wenn ich mich mich energisch dagegenwerfe ist zu ganz zu. Allerdings ist sie dabei nicht besonders laut (eher ein dumpfes "mpfsch") und hellhörige Wände gibts auch keine. Wenn nicht ab und zu irgendwelche Nachbarskinder aufgrund des schlechten Wetters zuhause toben, wüsste ich gar nicht, dass ich nicht alleine im Haus bin. Sehr fein das. :nick:

Türen, die laut ins Schloß fallen sind aber ein Ärgernis vor dem Herrn, es sei denn, man will selber einen bühnenwirksamen Abgang gestalten. Das würde bei meiner Türe nicht funktionieren. :ugly:

Halefa hat gesagt…

Ich habe ja als Kind und pubertierender Teenager so viele bühnenwirksame Abgänge mit meiner Zimmertür hingelegt, dass leise schliessen jetzt nicht mehr geht: Der Tührrahmen ist verbogen. :ugly:

Der Drilling hat gesagt…

da ist der drilling froh, daß sie im wald wohnen und viele quadratmeter waldgrundstück sie vor dem grauenvollen musikgeschmack der schlagerliebenden rentner rechts des grundstücks schützt. wenn hier einer kracht macht, dann sind wir das :)

mein beileid zum knallfrosch


ps: das erinnert mich an mein möbliertes einzimmerwohnklo, daß ich mit 19 bezog. da begab es sich, daß eine (das ist hier nur eine erzählung und kein ausdruck meiner politischen, religiösen sowie politischen meinung) fette, arbeitslose rechtradikale des nächtens mit ihren springerstifel auf dem linoleum über mir auf meinen nerven (und denen des Katers)herumtrampelte. eines tages habe ich freundlich bei ihr geklingelt und ihr ein paar hausschuhe aus filz entgegengehalten. ich habe noch nie soviele schnellwechselnde gesichtsausdrücke auf einmal gesehen. dann drohte sie mir prügel an. ich bin dann zwei monate später umgezogen.