Mittwoch, 16. April 2008

Zeichen und Wunder

In letzter Zeit ist das Verhältnis zwischen mir und der Post ja ein bisschen gespannt. Hier mal eine verlorene Sendung, da mal eine verlorene Sendung, dort eine herumzickende Packstation – das alles trägt nicht grade zu einer harmonischen Beziehung bei.
In der Tat erwäge ich grade ernsthaft fremdzugehen. Ich habe meine Möglichkeiten schon abgewogen und der Hermes-Servicepoint 300m vom Büro entfernt erscheint mir da sehr attraktiv.

Nun schickt Amazon aber per Post und so erwartete ich nolens volens gespannt die Ankunft der SMS, die mir heute verkünden sollte, daß eine Packstationssendung eingetroffen sei. Allein, das Handy piepst und piepst nicht. Hm.

Plötzlich steht der Zweimeterbote von DHL in meinem Büro. Er überreicht mir meine Amazonsendung und hält mir auffordernd das elektronische Unterschreibdings unter die Nase.

DHL-Man: „Bittesehr, für Sie!“ *paketüberreich*
FrauKatz: *unterschreib*
Er: „Dankeschön.“
FrauKatz: „Uhm, äh ... jetzt bin ich aber etwas verblüfft. Wie haben sie mich denn gefunden?“
DHL-Man: „Ach, das letzte Mal als die Packstation gesponnen hat, habe ich Sie doch angerufen und sie haben mir diese Adresse genannt. Daran habe ich mich erinnert.“
FrauKatz: „Ah. Richtig.“
DHL-Man: „Sind sie immer hier?“
FrauKatz: „Ja, also, äh, ich arbeite hier. Und wenn ich nicht hier bin, ist der Rest da unten auch vertrauenswürdig.“
DHL-Man: „Na, dann kann ich ihre Päckchen ja immer vorbeibringen, wenn's mit der Station wieder nicht hinhaut. Ich bin eh in der Stadt.“
FrauKatz: „Öhm ... okay. Ja.“
DHL-Man: „Tschüss dann.“
FrauKatz: „Tschüss. Schönen Tag noch.“
DHL-Man: „Danke, gleichfalls.“

FrauKatz:

Es ist doch immer so: grade, wenn ich mich so richtig schön in meine Empörung hineingesteigert habe, passiert sowas. Ts.

O gott. Muß arbeiten! Darf ... nicht ... in ... Büchern ... lesen! Muß arbeiten! Muß ... darf nicht ... nur mal reingucken?

Uhhh, Shiny!

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Ist es nicht immer so? Stellt man sich darauf ein, Konsequenzen zu ziehen oder mal so richtig Radau zu machen, bekommt auf hinterhältigste Weise den Wind aus den Segeln genommen.

Abgesehen davon sind die Arbeitsbedingungen bei Hermes auch nicht so toll, wie ich heute wieder von meiner Botin erfuhr. Allerdings benutze ich die ab und an auch sehr gerne.

Viele Grüße
Bianca (Sylfaen)

Faith Manages hat gesagt…

Stimmt, so ist es. Irgendwie muß diese energische Entschlossenheit sich über das kollektive Unterbewußtsein verbreiten, so daß das Gegenüber sich nicht mehr traut, Trouble zu machen.

Melantrys hat gesagt…

Ist zwar schon Asbach, dieser Eintrag, aber ich muß dann doch mal anmerken, daß unser Postbote, wenn er ein Päckchen für mich im Auto liegen hat, das er dann so gegen Mittag an meiner Heimatadresse abliefern würde, er auf seiner Morgenroute aber erst mal guckt, ob denn mein Auto bei meiner Arbeitsstelle auf dem Parkplatz steht. Und dann gibt er's mir da. :)

Kleine Käffer haben auch Vorteile.